Givaudan baut in Grasse: 55 Millionen Franken für das Naturstoff-Zentrum Campus 52
Der weltgrößte Duftstoffhersteller errichtet in der Wiege der Parfumerie ein neues Kompetenzzentrum für natürliche Rohstoffe.

Der Schweizer Konzern Givaudan, weltweit größter Hersteller von Duft- und Aromastoffen, hat den Bau eines neuen Kompetenzzentrums im südfranzösischen Grasse angekündigt. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben 55 Millionen Schweizer Franken in das Projekt mit dem Namen Campus 52. Es soll die Verarbeitung natürlicher Rohstoffe für die Parfumerie bündeln und die hauseigene Einheit House of Naturals stärken.
Grasse gilt seit Jahrhunderten als historische Wiege der Parfumerie. Givaudan hatte dort zuvor ein Grundstück erworben, auf dem nun eine Produktionsstätte und ein Innovationslabor entstehen. Geplant ist die Verarbeitung von mehr als hundert natürlichen Parfumrohstoffen, darunter die für die Region typische Mai-Rose sowie Jasmin. Die Eröffnung ist für das erste Quartal 2028 vorgesehen.
Nähe zwischen Forschung und Handwerk
Mit Campus 52 will Givaudan die enge Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, Lieferanten und Parfumeuren fördern. Das Zentrum setzt auf moderne Extraktionsverfahren und soll Kunden den Zugang zum Know-how von Grasse eröffnen, kombiniert mit der globalen Reichweite des Konzerns. Die House of Naturals wurde gegründet, um die Expertise für natürliche Inhaltsstoffe innerhalb des Unternehmens zu bündeln.
Die Investition ist Teil der Konzernstrategie mit Zielhorizont 2030, die auf nachhaltiges Wachstum und hochwertige Duftlösungen ausgerichtet ist. Givaudan verweist dabei auf sein Programm für verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung. Branchenbeobachter werten das Projekt als Signal, dass natürliche Inhaltsstoffe trotz hoher Kosten und volatiler Ernten weiter an Bedeutung gewinnen.
