KI-Start-up Patina sammelt zwei Millionen Dollar für die Suche nach neuen Duftmolekülen
Das US-Start-up Patina will die Parfümerie mit künstlicher Intelligenz umkrempeln und hat dafür frisches Kapital von Betaworks und True Ventures erhalten.

Die Parfumindustrie gilt als Branche, die sich seit Jahrzehnten kaum verändert hat. Genau das will das New Yorker Start-up Patina ändern. Wie das Unternehmen Ende Mai 2026 bekannt gab, hat es zwei Millionen US-Dollar Risikokapital eingesammelt – unter anderem von den Investoren Betaworks und True Ventures.
Gegründet wurde Patina von dem Duftkünstler Sean Raspet und der Ingenieurin Laura Sisson. Die beiden lernten sich 2024 in einer New Yorker Galerie kennen, in der Raspet neue Geruchsmoleküle ausstellte und Sisson an Lernmodellen für den Geruchssinn arbeitete. Im Zentrum ihrer Arbeit steht ein KI-Grundmodell namens Sense1, das die Geruchsrezeptoren der menschlichen Nase nachbilden soll – nach eigener Darstellung ein Versuch, einen universellen Code des Riechens und Schmeckens zu schaffen.
Neue Moleküle in Wochen statt Jahren
Der Ansatz verspricht vor allem Tempo: Mithilfe maschinellen Lernens lassen sich neue Duftstoffe deutlich schneller und günstiger entwickeln. Was bislang Jahre dauerte, soll künftig in Wochen möglich sein – ein Vorteil, der besonders kleineren Häusern den Zugang zu eigens entwickelten Inhaltsstoffen eröffnet. Patina erklärte, bereits mit großen Parfumhäusern und Modemarken über maßgeschneiderte Düfte im Gespräch zu sein.
Ob sich der technologiegetriebene Ansatz gegen die etablierten Duftstoffkonzerne durchsetzt, bleibt offen. Klar ist: Künstliche Intelligenz rückt in der Duftentwicklung von der Randerscheinung ins Zentrum.
